Handwerk

Die Geschichte eines Poncho

28. Mai 2026 · von Jenn

Ein Poncho beginnt nicht am Webstuhl.

Er beginnt im Stoffregal — zwischen Hammamtüchern, Bio-Wolle und den Resten vom letzten Stück. Welche Farben passen zusammen, welche kämpfen? Welche erzählen schon allein eine Geschichte, welche brauchen einen Partner?

Wenn die Auswahl steht, wird gewebt. Stunde um Stunde, fast meditativ. Die Hände wissen den Rhythmus, der Kopf darf wegdriften. Manchmal höre ich dabei einen Podcast, manchmal nur den Wind durch das offene Fenster.

Am Ende kommt der Moment, der mich nie loslässt: das fertige Stück das erste Mal in der Hand halten. Es fühlt sich nie genau so an wie geplant — und genau das macht jeden Poncho zu einem Unikat.

Wenn dann eine Nachricht kommt, dass jemand mit „seinem” Poncho gerade am Nordseestrand steht oder im Bulli durch Portugal fährt, schließt sich der Kreis. Aus Wolle wurde ein Stück Urlaub zum Anziehen.

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